![]() | | Das
Schmücken des Weihnachtsbaumes ist seit Anfang des 15. Jahrhunderts
feste Tradition in Deutschland. Zunächst als Naschwerk für die Kinder
gedacht, wurden Nüsse und Äpfel, Lebkuchen, Zuckerstangen aber auch Käse
und Wurst zum Schmuck des Weihnachtsbaumes. Erst mit der Verbreitung des Brauchtums über weite Teile Europas im 19. Jahrhundert - vornehmlich in den Stuben des gehobenen Bürgertums - wandelte sich der Schmuck zum künstlerischen und figürlichen Baumbehang. Gerade die hochwertige Holzkunst aus dem Erzgebirge ist seit dem sehr beliebt. Heute verbinden sich auch die kunstvolle Glasbläserkunst aus Thüringen mit den traditionsreichen Formen der erzgebirgischen Volkskunst. |
| Die
Engel aus dem Erzgebirge sind kleine Himmelsboten, die uns nicht nur in
der Weihnachtszeit besonders erfreuen. Durch die große Vielfalt in Form, Aussehen und Art werden Engel aus dem Erzgebirge zu einem idealen Sammelobjekt. Besonders häufig findet man musizierende Engel, aber es gibt auch backende Engel und kochende Engel. Als liebevolles Himmelsvolk stehen sie uns Menschen zu allen Zeiten besonders nah. |
![]() | | Füher wurden in der Weihnachtszeit die Häuser auch nach außen sichtbar geschmückt. Von den Kindern selbstgebastelte Fensterbilder, meist per Scherenschnitt aus Papier gefertigt, wurden an die Fensterscheiben geklebt. So wurden die Vorbeiziehenden gegrüßt. Aus dieser Traditione entstanden unsere Fensterbilder, heute teils elektrisch beleuchtet. Sie geben Stadt und Land ein unbeschreibliches Flair, welches man im Erzgebirge erleben kann. Diese Eindrücke vergisst man nicht wieder, denn sie gehen zu herzen. |
| Krippen gehören in vielen Regionen der ganzen Welt zum Weihnachtsfest. Das Erzgebirge stellt die Geburt Jesu in seiner typischen Art auf besondere handwerkliche Weise in Holz gedrechselt oder geschnitzt dar. Ob farbig oder natur, klassisch oder modern - immer fügen sich die Figuren harmonisch in die jeweilige Wohndekoration ein. Besonders authentisch kommt die Weihnachtsgeschichte ins Haus. | ![]() |
| | Als Anfang des 19. Jahrunderts Volumenzölle auf Holzwaren erhoben wurden, wurde das Spielzeug immer kleiner gestaltet. Heute ist daraus eine einzigartige Handwerkskunst gereift. Die vielen Details in den winzigen Kunstwerken faszinieren Liebhaber und Sammler. Erstaunlich die Liebe, mit der selbst kleinste Teile noch bemalt und verziert sind. Miniaturen zieren Pyramiden und Spieldosen, ganze Miniaturszenen erzählen Geschichten und wecken die Lust am Sammeln und Dekorieren. |
| Ganz schön grimmig schauen sie drein, die Nussknacker! Drohend blitzen
ihre weißen Zähne, genauso drohend blitzt ihr Schwert. Finster runzeln
sie die buschigen Augenbrauen und sie sind jederzeit bereit, mit ihrem
riesiegen Maul gnadenlos zuzuschnappen. Ihre prachtvollen Uniformen
umgeben sie mit einer Aura unantastbarer Autorität. Während die Räuchermännchen, Engel und Bergmänner das Leben des einfachen Erzgebirgsvolkes anschaulich darstellen, verkörpern die Nussknacker die gefürchtete Obrigkeit, die den armen Leuten so manch harte Nuss zu knacken gab. Die Gestalt des Nussknackers ist sozusagen die süße Rache des kleinen Mannes, denn nun ist es an ihm, die Obrigkeit für sich harte Nüsse knacken zu lassen. |
| Wenn
der Schnee geschmolzen ist und die Flüsse vom Schmelzwasser aus den
Bergen fast überquellen, kündigt das muntere Vogelgezwitscher langsam
den Frühling an. Die ersten zartgrünen Blätter sprengen aus ihren
Knospen. Nun ist auch das Osterfest nicht mehr weit, und für die geselligen Erzgebirgler ist dies ein willkommener Anlass, die eigenen vier Wände wieder feierlich zu schmücken. Das Osterfest gehört ganz den Hasen. In allen Lebenslagen können wir sie bewundern: Eine kesse Kellnerin serviert bunt lackierte Ostereier, die Hasenkinder lernen in der Schule das Rechnen, während Hasenoma und Hasenopa gemütlich im Schaukelstuhl den Feierabend genießen. Auch lustige Hasenmusikanten haben sich eingestellt und spielen den Eiermalern zum Tanz. |
Pyramiden
| "Lautlos
dreht sich das Flügelrad der Pyramide, vom Hauch brennender Kerzen
bewegt. Geheimnissvoll huschen die Schatten an der Decke durcheinander.
Figuren und Tiere der heimischen Lebenswelt ziehen im Lichterschein
vorüber." (Johannes Eichhorn). Das anmutige Spiel von Licht und Bewegung macht die erzgebirgischen Weihnachtspyramiden so faszinierend. Von der aufsteigenden Wärme der brennenden Kerzen angetrieben, dreht sich das Flügelrad, das mittels einer auf Glas gelagerten Spindel mit mehreren Drehscheiben verbunden ist. Auf diesen sich gemächlich drehenden Scheiben aus Holz stellen kunstvolle Figuren Szenen aus der Bibel und dem Volksleben nach. Die vorüberziehenden Bilder ergeben in ihrer Gesamtheit einen tieferen Sinn, der gerade zur Weihnachtszeit viele kleine Anreitze zum Nachdenken birgt. In Verbindung mit dem sich bewegenden Lichterschein symbolisiert die Pyramide das kommende Neue und die Hoffnung auf ein gutes neues Jahr. | ![]() |
Räuchermännchen
| Es weihnachtet. Das ganze Zimmer ist erfüllt von weihnachtlichem Zauber, und ein zarter Hauch von Weihrauch liegt in der Luft. Woher mag das nur kommen? Da auf dem Kaminsims, da steht er ganz gemütlich und pafft gemächlich vor sich hin - der gute alte Räuchermann! | |
Seit dem 18. Jahrhundert sorgten im Erzgebirge kleine Kegelchen aus Holzkohle, Holzmehl und Kartoffelstärke, angereichert mit verschiedenen Düften wie Lavendel, Myrrhe, Jasmin, Moschus oder Zimt, für den richtigen Weihnachtsduft. Als dann das Pfeiferauchen groß in Mode kam, hatte der Erzgebirgler G.F. Haustein eine pfiffige Idee. Das geliebte Räucherkerzchen sollte endlich eine würdige Hülle bekommen - das Räuchermännchen war geboren!
Fortan wurde jeder, der mit einer Pfeife im Mund angetroffen wurde, zum Modell für ein neues Räuchermännchen. Und da stehen sie nun heute noch alle nebeneinander auf dem Kaminsims und paffen gemütlich vor sich hin: der Förster, der Kutscher, der Nachtwächter, der Bauer und sogar der König!
Schnitzereien & Spanbäume
Schwibbögen und Raumleuchten
| Unter all den wunderschönen erzgebirgischen Holzkunstartikeln ist der Schwibbogen wohl das Typischste. Ohne all die leuchtenden Schwibbögen in den Fenstern wäre Weihnachten im Erzgebirge nur halb so schön. In seiner stilvollen Einfachheit und stillen Ausdruckskraft bringt der mit vielen Kerzen bestückte Bogen Freude und Hoffnung zugleich. Sein Ursprung und seine Bedeutung sind tief verwurzelt in der Tradition der erzgebirgischen Bergleute. |
Benannt nach dem Stützbogen in den Stollen der Bergwerke, trägt auch der hölzerne Schwibbogen die Hoffnung der Bergleute in sich. Der Wunsch, am Ende eines harten Tages immer wieder das wärmende Licht zu sehen, brennt in seinen Kerzen.





